Zwischen Römerstrasse, Öufi-Bier und Grillduft
4. August 2026
Manchmal braucht es keine spektakulären Berggipfel oder tiefgrüne Wälder, um einen gelungenen Reisetag zu erleben. Bei strahlendem Sonnenschein machte sich der Verein 60+ Region Aarau auf den Weg zum gemütlichen Grillplausch zum Ischhof. Und eines wurde schon nach den ersten Kilometern klar: Die Natur gönnt sich dieses Jahr keine Sommerpause. Von einer «Fahrt ins Grüne» konnte diesmal keine Rede sein. Eher erinnerte die Landschaft an die Savanne als an die Schweiz. Die Wiesen waren braun, die Felder sonnenverbrannt. Da hätte höchstens noch ein Kamel am Strassenrand gefehlt. Aber zum Glück liessen sich unsere Reiselustigen die gute Stimmung von der trockenen Natur nicht verderben.
Die Fahrt führte über den unteren und oberen Hauenstein. Schon die Römer wussten diese Verbindung zu schätzen. Die sogenannte Römerstrasse war bereits vor rund 2000 Jahren eine wichtige Verkehrsachse zwischen dem Mittelland und dem Baselbiet. Wo heute unser Car bequem dahinrollte, marschierten einst Legionäre, Händler und Reisende – allerdings ohne Klimaanlage und ohne bequeme Polstersitze. Da hatten wir es eindeutig angenehmer. Heute rollte unser Car deutlich gemütlicher dahin – klimatisiert, bequem und ganz ohne Sandalen.
Über Hölstein, Oberdorf und Balsthal fuhren wir durch Solothurn – die wunderschöne Barockstadt an der Aare. Die Solothurner sind stolz auf ihre traditionsreiche Stadt und ganz besonders auf ihre enge Verbindung mit der Zahl 11. Dieser «Elfer-Kult» begegnet einem überall und gehört seit Jahrhunderten zur Geschichte der Stadt. Die berühmte Uhr mit den elf Ziffern befindet sich an der Westfassade der UBS-Filiale am Amtshausplatz 1. Wer genau hinschaut, merkt sofort: Die Zahl 10 fehlt. Eine originelle Besonderheit, die Besucher immer wieder staunen lässt und längst zu einem Wahrzeichen Solothurns geworden ist. Nicht weniger eindrücklich präsentiert sich die St.-Ursen-Kathedrale, die zwischen 1762 und 1773 nach den Plänen des italienischen Architekten Gaetano Matteo Pisoni erbaut wurde. Sie zählt zu den bedeutendsten klassizistischen Sakralbauten der Schweiz. Schon die imposante Freitreppe mit ihren 33 Stufen lädt zum Innehalten ein, bevor sich im Innern ein heller, harmonischer Kirchenraum mit kunstvollen Altären und beeindruckender Architektur öffnet. Natürlich darf auch hier die Zahl 11 nicht fehlen: Die Kathedrale besitzt elf Altäre, elf Glocken, und das Geläut zur elften Stunde gehört für viele Solothurner einfach zum Alltag. Ob die Solothurner deshalb etwas gemütlicher durchs Leben gehen, ist nicht überliefert
Ob deshalb das Öufi-Bier gerade hier erfunden wurde? Man weiss es nicht – aber der Name passt auf jeden Fall bestens. Und genau dort zog es unsere Gesellschaft schnurstracks hin. Nach der trockenen Landschaft war nun der Durst deutlich grösser als der Wissensdurst. Bei einem feinen Öufi-Bier und einem liebevoll angerichteten kalten Plättli wurde angestossen, erzählt und gelacht. Manch einer war überzeugt, das Bier sei heute fast so kühl gewesen wie die Gespräche heiss.
Frisch gestärkt führte die Reise weiter durchs Wasseramt und über den Bezirk Bucheggberg nach Aetigkofen zum Ischhof. Dort wartete bereits das grosse Highlight des Tages. Das Grillbuffet liess keine Wünsche offen. Ob Rind-Schwein-Lammfleisch, Poulet oder verschiedene Würste, feine Beilagen oder knackige Salate – für jeden Geschmack war etwas dabei. Der Wein war angenehm gekühlt, das Öufibier floss in gemütlichem Tempo, und spätestens beim herrlichen Dessert war allen klar: So gut kann ein Sommertag schmecken.
Es wurde gelacht, erzählt, angestossen und das Wiedersehen unter Freunden genossen. Genau solche Stunden machen unseren Verein 60 plus Aarau und Umgebung aus: gute Gesellschaft, viele schöne Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse, die noch lange in Erinnerung bleiben.
In diesem Sinn: Hebed Sorg, bliibed gsund – und bis zum nöchschte Mol. Ich freue mich jetzt schon aufs Wiedersehen.
Veronika Saxer
Vorstandmitglied







