Frühlingsreise in den Pfälzerwald
17. — 22. Mai 2026
1. Tag, Anreise via Riquewihr und älteste Weinstrasse Deutschlands
Unsere Reise beginnt bei schönem Wetter. Über die Staffelegg fuhren wir Richtung Basel ins Elsass nach Riquewihr. Mit Blick auf die Vogesen ging es durch Rebberge entlang der Weinstrasse. Riquewihr ist der schönste und meistbesuchte Ort im Elsass. Im zweiten Weltkrieg wurde das Städtchen nicht beschädigt. So stehen die alten Fachwerkhäuser, wobei das Älteste im 14. Jahrhundert erbaut wurde immer noch majestätisch in der Landschaft.
Nach dem Genuss vom Kaffee und Gipfel im Relais de Riquewihr wurden wir mit dem Petit Train, durch die mittelalterlichen Gassen und die umliegenden Weinberge gefahren. Es bot sich eine fantastische Aussicht über das Städtchen und die Weinberge. Das Elsass umfasst eine Rebfläche vom rund 15’500 ha. Zum Mittagessen kehrten wir im Restaurant Riesling in Zellberg ein. Die Zucchini-Terrine mit Ziegenfrischkäse, das Kalbfleisch mit Gemüse und der Kartoffelstock mit Knoblauch mundete allen. Traditionell gab es zum Dessert eine Tarte aux pommes. Natürlich durfte die Verkostung des feinen Weines nicht fehlen. Bald ging es weiter über die Elsässer Weinstrasse, wo wir in Wissbourg über die deutsche Grenze fuhren. Beim deutschen Weintor in Schweigen-Rechtenbach, wurden wir mit einem gespendeten Apero verwöhnt. Ein kurzer Fussmarsch und man konnte das imposante Tor, erbaut im Jahr 1936–1937 bestaunen. Mit 85 km Länge ist es die älteste Weinstrasse Deutschlands.
Mit schönen Eindrücken kamen wir gegen Abend im Hotel Panorama in Neustadt an der Weinstrasse an. Die Aussicht vom 8. Stock war imposant, jedoch liess die Sicht auf das Abendbuffet zu wünschen übrig. Für den letzten Absacker wagten sich einige zu Fuss ins Städtchen, andere bevorzugten die Nachtruhe. Was bringt uns der nächste Tag?
2. Tag, Schuhfabrik und Weingut
Nach einem ausgiebigen Frühstück beginnt die Reise unter dem Motto «auf Schusters Rappen”. Wir fahren durch das schöne Gebiet nach Hauenstein in die Schuhfabrik von Josef Seibel. Wie ein Schuh hergestellt wird, wurde uns auf eindrückliche Weise vorgeführt. Wer hätte gedacht, dass ein normaler Sneaker, wie wir ihn kennen, aus über 200 Teilen besteht. Hier ist das reale Handwerk noch zu sehen. Es wird ausgeübt von circa 40 Mitarbeiter, welche im Tag mehr als 100 Paar Schuhe herstellen. Stehen und Laufen macht hungrig. In der Paddelweiher-Hütte im Hauensteiner Queichtal, wurden wir mit einem leckeren Mittagessen verwöhnt. Der Flammkuchen zur Vorspeise war gross und sehr gut. Eigentlich hätten wir genug gehabt, aber als Hauptspeise wurden uns noch Schnitzel mit Kroketten serviert. Zur Verdauung konnten wir zu Fuss zum Bus zurückgehen. Zum Glück! Die Fahrt zum nächsten Highlight dauerte nur 30 Minuten. Zu kurz für ein Mittagsschläfchen.
Der dynamische Inhaber des Weingutes Kunth Bioland — Stefan Kuntz — führte uns in eine andere Welt zur Weinprobe auf der Alpakaweide ein. Eine Führung durch die Produktionshallen, das Weingebiet und die Herstellung des feinen Rebensaftes, so haben wir das noch nie erlebt. Edle Tropfen wurden uns mit humorvollen und interessanten Informationen zu dem Verkosten gereicht. Wir durften erleben, wie das Zusammensein mit Menschen, Natur und Tier gut funktioniert, denn auf dem Weingut leben auch Schafe und Alpakas. Interessant ist, für welchen Zweck die Alpakas sind. Nicht nur zur Gewinnung der feinen Wolle, und zum Streicheln, nein sie haben auch einen nützlichen Dienst. Der Dung der Alpakas wird vermischt mit Erde und dient als Bio-Dünger für die Reben. Eine sehr interessante Führung bei Sonnenschein und lustigen Begegnungen ging bald zu Ende. Das Füttern und Streicheln der Tiere zeigten, dass es Zeit war aufzubrechen. Man trennte sich nur schwer von diesem Erlebnisweingut.
Auf dem Heimweg konnten wir uns in Neustadt die Füsse vertreten. Grüppchenweise scherte man aus und suchte sich ein tolles Restaurant zum fakultativen Abendessen. Zufrieden und mit vielen Eindrücken wurden wir am Abend von unserem Chauffeur Chregu wieder zum Hotel
geführt.
3. Tag, Weinessiggut Doktoren Hof und nostalgische Rietburgbahn
Der heutige Tag beginnt mit dem Thema sauer. Ein Besuch beim Essig Doktor in Venningen steht auf dem Programm. Der Gründer Schorsch hat sich einen Traum erfüllt und in der Essigherstellung Geschichte gemacht. Tauchen wir tief in das Mysterium saurer Kunst ein. Sehr viel Interessantes wurde uns über die Herstellung des Essigs nahegebracht. Durch kerzenbeleuchtete Räume begleitet von gregorianischer Musik erfuhren wir, dass Essig nicht nur für Salatsauce gebraucht werden kann, sondern auch als Aperitif oder Digestif getrunken wird. In der Medizin oder zur Vorbeugung sei Essig ein Wundermittel. Zum Degustieren wurden uns fünf Essig gereicht, welche uns doch geschmacklich überraschten. Nach den interessanten Informationen blieb noch Zeit für die Daheimgebliebenen oder für sich selbst etwas Leckeres zu kaufen.
Angeregt durch den Aperitif knurrten unsere Bäuche. Weiter fuhren wir zum Städtchen Edenkoben, welches auch an der Weinstrasse liegt. Im «Prinzregent» wurden wir wie bei Mama in Italien verwöhnt. Eine feine Spargelsuppe, gefolgt von Spargelravioli oder einer Maispoularde mit Polenta wurde uns serviert. Die Zeit verging, wie immer viel zu schnell und es hiess einsteigen. Es geht weiter.
Eine kurze Fahrt und wir durften umsteigen auf die Rietburgbahn. In bequeme, nostalgischen Doppelsesseln geht es von der Talstation, nahe dem ehemaligen bayerischen Königsschloss Villa Ludwigshöhe hinauf auf die um 1200 erbaute Rietburg, welche 550 m über Meer liegt. Oben angekommen erwartete uns ein fantastischer Ausblick über die Rheinebene bis zum Dom in Worms und Speyer, hinüber zu den Spitzen des Odenwaldes und des Schwarzwaldes. Auf der schönen Terrasse gab es die Möglichkeit, einen Kaffee und ein Stück Kuchen, ein kühles Bier oder ein Glas Weisswein zu geniessen. Die mutigen unternahmen den Abstieg zu Fuss. Diejenigen, die es gemütlich haben wollten, gingen mit der Bahn wieder zur Talstation.
Der nächste Höhepunkt war das Nachtessen im grössten Fass von Deutschland. Das originellste und grösste Denkmal des deutschen Weines baute im Frühjahr 1934 der Winzer und Küfer Meister Fritz Keller, auf dem weiträumig Wurstmarkt Gelände seiner Heimatstadt Bad Dürkheim, das inzwischen weltbekannte Riesenfass. Mit einem Durchmesser 13.5 Metern und einem Volumen von 1,7 Millionen Liter wird es heute als uriges Restaurant betrieben. Unter uns wurde viel von der Pfälzer Spezialität «Saumagen» gesprochen. Hier im Fass hatte man die Gelegenheit diese Köstlichkeit zu versuchen. Der Name schreckt ab, aber das Resultat von der Küche war sehr lecker. Ein leerer Schweinemagen wird mit einer Masse aus magerem Schweinefleisch, Bratwurstbrät, Kartoffeln, Zwiebeln und Kräuter wie Majoran und Muskat gefüllt. Der gefüllte Magen wird langsam in heissem Wasser gegart. Anschliessend wird er typischerweise in dicke Scheiben geschnitten und in der Pfanne knusprig gebraten. Serviert wird er auf Sauerkraut und Kartoffelstock.
Der Tag klang im Fass gemütlich aus. Es wurde viel gelacht, lustige und interessante Gespräche entstanden, bis sich die Runde abends um 21.00 Uhr auf den Heimweg machte. Chregu chauffiert uns wohlbehalten ins Hotel zurück, wo alle zufrieden nach dem langen Tag die Zimmer aufsuchten und sich die Nachtruhe gönnten.
4. Tag, Elektro-Draisinen und urige Finnhütte
In die Pedalen, so hiess es heute Morgen. Der Tag beginnt recht sportlich. Mit den Elektro- Draisinen fuhren wir von Lauterecken circa 2 Stunden nach Usel-Altenglan. Es waren nicht die Schweisstropfen, welche von der Stirn vielen, sondern der Regen. Petrus hat es heute nicht gut gemeint. In der «Finne» wurden wir bei einem feinen Buffet verwöhnt. Es blieb noch Zeit den obligatorischen Wettbewerb vom Präsidenten durchzuführen. Wolfgang hat wieder einige knifflige Fragen bereitgestellt, bei welchen die Köpfe zu rauchen beginnen. Die Auflösung und Preisverteilung wurden später durchgeführt. Anschliessend ging es weiter bis zur Endstation nach Altenglan. Mit ganzer Körperkraft, totalem Einsatz und Unterstützung von der Elektronik erreichten wir nach total 17 ½ Kilometer das Endziel. Es war ein großartiges Abenteuer, aufsteigen, absteigen, Schranke hochheben, Schranke schliessen. Viel wurde von den sportlichen Radler abverlangt, sie strampelten unermüdlich die grosse Distanz. Besonders denjenigen, die nicht trampen mussten und gemütlich auf der Bank sitzen bleiben durften, hat es Spass gemacht,
Am Nachmittag wurde uns die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten von Neustadt an der Weinstrasse nähergebracht. Gegründet wurde die Stadt als «Nova Civitas» um 1220/30 durch die Pfalzgrafen Ludwig I. und sein Sohn Otto II. Im Anschluss wurde uns von der Stadt eine Gläsli Riesling offeriert. Für kurze Zeit zeigte sich die Sonne gnädig und liess unsere Haut erwärmen. Anschliessend gab es das fakultative Nachtessen. Die Auswahl an Restaurant war gross. In Gruppen scherte man aus. Einige trafen sich zum Abschluss noch in der Pizzeria vis-a-vis von unserem Hotel für einen Schlummerdrunk. Nach der Anstrengung, dem sportlichen Einsatz und der Führung waren jedoch viele froh, sich auf dem weichen, gemütlichen Bett auszustrecken. Ich wünsche allen eine gute Nacht.
5. Tag, Planwagen und freier Nachmittag
Heute durften wir ausschlafen. Um 10:30 Uhr fuhren wir nach Herbolzheim zu einem Bauernhof. Wir mussten nicht zu Fuss gehen, nein wir konnten uns von zwei PS in die schöne Gegend durch die abwechslungsreiche Landschaft chauffieren lassen. Auf zwei Planwagen nahmen wir Platz und genossen einfach die Fahrt. Ein Blick unter den Tisch liess die Herzen höherschlagen. Was stand einladen bereit? Süffiger Riesling, Mineralwasser und Süssgetränke. Für den Durst ist erst mal gesorgt. Auf einer Anhöhe mit toller Aussicht in die weite Ebene wurde uns eine typische Pfälzer Vesper serviert. Bauernbrot mit Blut- und Leberwurst einer Fleischterrine und verschiedene Käse zeigten uns wie einfach man gut essen kann. Einige Schritte in der Natur, um die Beine zu vertreten, half uns, die Rückfahrt gemütlich anzutreten. Zurück fuhren wir nach Bad Dürkheim, wo uns noch freie Zeit zur Verfügung stand, die Altstadt auf eigene Faust zu erkunden. Anschliessend wurden wir zurück zum Hotel chauffiert. Es blieb Zeit, sich zu erfrischen, die Koffer zu packen, oder einfach die Beine hochzulegen, um neue Energie für den letzten Abend zu tanken. In einer gemütlichen Weinschenke in Grossfischlingen verbrachten wir die letzten gemeinsamen Stunden bei einem hervorragenden Abendessen. Der bunte Blattsalat, das Steak vom Iberico Schwein garniert mit Spiegelei und Kartoffel Puffer schmeckten allen sehr gut. Bei einem Rundgang durch das romantische Restaurant konnte man viele sinnliche und humorvolle Sprüche entdecken. Einer gefiel mir besonders gut. «Gib mir mal das DING neben dem TEIL wo das ZEUG draufliegt». Es wurde viel gelacht, erzählt, Erinnerungen hervorgehoben und alle waren sich einig, ein schöner Tag geht zu Ende. Mit ein bisschen Wehmut ging es zurück ins Hotel. Eine kurze Nacht steht uns bevor, denn morgen heisst es Adieu sagen. Auf Wiedersehen, tschau. Wir müssen schon wieder nach Hause.
6. Tag, Abschied von der Pfalz und ein Besuch in Karlsruhe
Leider heisst es Abschiednehmen. Nach fünf Tagen in toller Gesellschaft, mit humorvollen Momenten und schönen Erlebnissen müssen wir heute wieder heimwärts. Auf dem Weg zurück besuchten wir Karlsruhe. Mit der Schlossgartenbahn fuhren wir gemächlich durch den Park. Harmonisch in die weitläufige Grünanlage eingebettet mündet sich der schmale Schienenstrang der Bahn zwischen Bäumen und Rasenflächen hindurch bis in den angrenzenden Fasanengarten. Um den Park und die Gärten auf eigene Faust zu erkunden blieb noch genügend Zeit. Es war erstaunlich, dass die Blumen und Sträucher im Schlossgarten in voller Pracht stehen. Karlsruhe liegt nur 115 m.ü.M. und es ist die wärmste Region in Deutschland. Die Stadt liegt an einem breiten von Mittelgebirgen (Pfälzerwald, Vogesen und Schwarzwald) umgebene Tal. Durch diese Kessellage staut sich die warme Luft. Weiter führte uns der Weg nach Holzbronn in der Region Calw. In einer ehemaligen alten Scheune in Holzbronn wurden wir mit einem feinen Mittagessen verwöhnt. Ein Rundgang durch das Krabba-Nescht, was Rabennest bedeutet, zeigte uns wie mit viel Liebe zu Details ein wunderschönes Lokal entstanden ist. Raritäten, alte Bauernmöbel und landwirtschaftliche Geräte schaffen ein uriges Ambiente. Nicht zu übersehen der alte Birnbaum inmitten des Restaurants. Etwas blieb noch offen! Die Auflösung und Gewinner des Wettbewerbes. Dem Gewinner Ueli Brand auf dem 1. Platz, Rosa Käser 2. Platz, Anneliese Sturzenegger 3. Platz, und Raymond Hunziker 4. Platz wurde eine spezielle Tasche des Verein 60Plus mit Köstlichkeiten aus der Region übergeben. Zu erwähnen ist, dass der 1. Preis von Born Reisen, Olten spendiert wurde. Herzlichen Dank. Gut genährt und etwas müde trat wir die direkte Heimreise an die Einstiegsorte an. Zufrieden waren alle Reisenden, sowie der Vorstand, dass alles gut gelungen ist. Mit einem strahlenden Lächeln sagen wir Danke, dass ihr dabei gewesen sind, Tschüss, Adieu und kommt gut nach Hause bleibt gesund, bis zum nächsten Mal.
Als Schreiberin möchte ich unserem Chauffeur Chregu ein grosses Dankeschön aussprechen. Danke für die grossartigen Informationen auf der Fahrstrecke. Für dein ruhiges Wesen und den hervorragenden Fahrstil. Wir freuen uns auf die nächste Reise mit dir.
Veronika Saxer
Vorstandmitglied







