Herbstreise Luxembourg
5. — 8. Oktober 2026
Pünktlich startete die diesjährige Herbstreise nach Luxembourg bei der KVA mit Kaiserwetter, so wie wir es uns auch für die kommenden Tage wünschten. Über die Staffelegg runter zur A3 Richtung Basel und was sehen wir: Nebel. Normalerweise ist es umgekehrt, aber heute verfolgte uns diese Suppe bis ins Elsass hinein. Kurz vor Colmar und vor dem Kaffeehalt kam die Sonne zurück und begleitete uns durch den ganzen Tag. Die Fahrt ging weiter durchs Elsass und die Vogesen und bald erreichten wir Nancy zum Mittagshalt. Ein kleiner Fussmarsch führte uns in die Altstadt zum Restaurant La Primatiale, wo uns die erste Mahlzeit serviert wurde.
Gut gesättigt folgte die Erkundung des Place Stanislas, welcher mit einem wunderschönen barock-geschmiedeten Zaun mit diversen Toren umsäumt wurde. Der Platz wurde im 18. Jh. durch den damaligen polnischen König Stanislaus I. Leszczyński, welcher auch Herzog der Lorrainne war, in Auftrag gegeben und ist heute Weltkulturerbe. Der Zaun und die Tore sind teilweise mit vergoldeten Schmiedeelementen reich verziert und liess einem beim Betrachten fast die Zeit vergessen. Mit diesen ersten Eindrücken ging die Fahrt weiter nach Metz, wo die Visite der Kathedrale Saint-Etienne, erbaut von 1220 – 1522, auf dem Programm stand. Diese gotische Kathedrale, auch Metzer Dom genannt, gilt als einer der ältesten auf der Welt. Mit einer Höhe von 41m ist die Kathedrale die drittgrösste in Frankreich und hat stolze 6500 m² filigrane Glasfenster, welche eine spezielle Stimmung im Inneren zaubern. Gewaltig diese Höhe und die Wirkung dieser tollen Fenster. Nicht erstaunlich, wird die Kathedrale auch «La lanterne du Bon Dieu – die Laterne des Lieben Gottes» genannt.
Weiterfahrt nach Luxembourg ins Hotel Inside by Melia und Bezug der Zimmer. Gemeinsames Nachtessen und gemütlicher Ausklang des ersten Tages.
Tag 2 startete nach dem Frühstück mit der Busfahrt um 9 Uhr ins Zentrum, wo unsere beiden Stadtführerinnen, Madelaine und Gabi, zu uns stiessen. Es folgte eine Rundfahrt durch Kirchberg, dem Zentrum der europäischen Institutionen von Luxembourg, wo unter anderem der europäische Gerichtshof oder der Rechnungshof u.v.m beheimatet sind. In diesem Stadtteil arbeiten rund 15’000 Mitarbeitende für die Organe der EU. Die Luxembourg Philharmonie spielt dabei das kulturelle Gegenstück. Danach fuhren wir über die «Grossherzogin Charlotte-Brücke» zurück ins Stadtzentrum, wo wir in 2 Gruppen eine Spazier-Führung durch die Stadt erhielten und viel Interessantes und Wissenswertes mitnehmen konnten. Dabei stachen die Adolphe-Brücke, welche über das Pétrusse-Tal führt, das Denkmal für die Kriegsgefallenen oder die Kathedrale speziell hervor. Ebenso interessant ist der Fakt, dass das Grossherzogtum seinen Titel erst am Wiener Kongress 1815 erhielt, jedoch mit der Unterstellung unter das Königreich Niederlande (deshalb auch die sehr ähnlichen Flaggen-Farben). Vollständig unabhängig wurde Luxembourg im Jahre 1890, als König Wilhelm III. verstarb und Adolf von Nassau der erste Luxembourger Grossherzog wurde. Wir erfuhren auch, dass in Luxembourg rund 690’000 Personen leben, davon jedoch nur rund 350’000 luxembourgische Staatsbürger sind. Und zu guter Letzt staunten wir, als wir die Sprachkompetenz der Luxembourger erfuhren: bis 6 Jahren wird Luxembourgisch gesprochen, ab 6 Jahren kommt Deutsch dazu, mit 7 Französisch und mit 12 folgt Englisch. Das «Tüpfli» aufs «i» ist, mit 14 kann jede weitere Sprache folgen. Somit wissen wir, dass die Luxembourger 4‑sprachig sind und unsere Bildungs-«Weisen» wollen das Frühfranzöschisch abschaffen! Sache ghiits!
Zum Abschluss wurden wir zum Festungszentrum mit dem Ausblick auf einige Festungsrelikte geführt, welche über 9 Jahrhunderte gebaut wurden. Im Jahre 1867 wurden die Festungsbauten «geschleift», heute würde man sich eleganter ausdrücken: rückgebaut.
Nach so viel Geschichtlichem und Historischem war der Hunger gross genug, um dem Mittagessen zu frönen. Aber au weia: das Restaurant war schlicht in der Bredouille und wir mussten eine lange Wartezeit in Kauf nehmen bis die Vorspeise serviert wurde und beim Hauptgang waren die Portionen doch sehr unregelmässig verteilt!
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung (fakultativ = freiwillig, keine Verpflichtung, jeder ist seines Glückes eigener Schmied), um die Stadt weiter zu erkunden, die Aussichtplattformen zu stürmen, um einen Überblick über die Stadt zu erhalten oder auch zum Shoppen, bspw. in der Galerie Lafayette. Für die Rückfahrt hat uns René, der Chauffeur, mit den ÖV-Gegebenheiten, welcher kostenfrei ist, versucht vertraut zu machen. Auch dies im Sinne der Freiwilligkeit, dass es die Tramlinie 1, genannt T1, gibt, die vom Flughafen über die Altstadt Richtung Stadion führt und dazu hat er jedem Paar einen Stadtplan mit Einstiegs- und Ausstiegsort abgegeben. In der Altstadt können wir einsteigen Richtung Stadion und beim Wasserturm aussteigen und zum Hotel gehen, ca. 7 Minuten. Aber wehe, wie finden wir das und wie erkennen wir, wann der Wasserturm kommt, «und-und-und»! Schlussendlich liess er sich, dem Fakultativen zuliebe, «überschnorrä» eine fakultative Tour für die Personen, welche dem ÖV nicht so hold sind, anzubieten und diese an einem fakultativen Treffpunkt zu einer fakultativen Zeit (17 Uhr) abzuholen! Schlussendlich kamen doch rund ein Viertel der Teilnehmenden mit dem ÖV ins Hotel zurück und haben bewiesen, wie einfach ÖV in Luxembourg ist. Auch das Nachtessen war fakultativ und mit der nahegelegenen Pizzeria war eine gute Alternative zum Hotel vorhanden. Ja, ja, das liebe Fakultative hat viel Gesprächsstoff geliefert.
Tag 3 startete wieder nach dem Frühstück um 9 Uhr zur fakultativen Tour der Schlösser und Burgen, dem Tal der sieben Schlösser, mit Abschluss der Besichtigung einer Brennerei. Die Fahrt zur Burg Hollenfels aus dem 11. Jh. war kurz und die Besichtigung schmerzlos, da infolge Voll-Renovation kein Zutritt möglich war. Sofort war Plan B aktiviert: sofort zum Schloss Neu-Ansembourg mit seinem barocken Garten, welcher nun zu durchlaufen und zu bestaunen war. Viele kleine Ecken haben einen speziellen Reiz ausgeübt. Gerne hätte man sich dort hingesetzt und sich in die vorherigen Jahrhunderte zurückgewünscht. Doch der Apéro rief, welcher von der Fa. Born gespendet wurde. Bei Wein, Orangensaft und kleinen Knabbereien tauschen wir uns aus und dies bei schönstem Herbst-Wetter. Der Dank an die Fa. Born sei hier pro memoria und fakultativ wiederholt. So war der Vormittag rasch vorbei und die Fahrt zur Brasserie Guddesch war auch nur kurz. Einmal mehr wurden die Mega-Portionen genossen, wobei viel zurückgeschoben wurde, leider. Start in den Nachmittag mit der Fahrt zum Schloss Mersch, welches doch recht «schnuselig» klein daherkam und die steile Treppe zur Ausstellung versprach mehr, als dann präsentiert wurde. Danach kam das Hochprozentige in der Gemeinde Kehlen zum Zuge. Wir durften in zwei Gruppen die Geschichte und Entstehung der Brennerei Jean Adam, gegründet 1907, erfahren. Uns wurden die Geräte und die Herangehensweise des Brennens erläutert. Besonders eindrücklich waren die Geschichten, welche uns Robert Adam, 90-jährig und Enkel des Gründers, erzählte. Zu jedem Ausstellungsstück wusste er eine kleine Episode zu geben und eigentlich würde er noch heute erzählen, wenn die Zeit uns nicht gemahnt hätte, noch eine kleine Degustation der Produkte vorzunehmen, wobei vor allem die Gin-Liebhaber auf ihre Kosten kamen. Gegen 17 Uhr fuhren wir ins Hotel zurück und durften wieder ein fakultatives Nachtessen geniessen – im Hotel oder in der bereits erwähnten Pizzeria. Nicht vergessen werden durfte, dass für die morgige Heimreise noch zu packen war.
Pünktlich wie immer und ebenso regelmässig ging die Heimfahrt am Tag 4 wieder um 9 Uhr los. Wir fuhren Richtung Osten, erreichten bald die Mosel und fuhren dieser bis nach Trier entlang. Die Mosel bildet hier die Grenze zu Luxembourg und so konnten wir die Weinberge von Luxembourg bestaunen, welche dieses Jahr bereits abgeerntet waren. In Trier, mit über 100’000 Einwohnenden, der ältesten Stadt Deutschlands, gemessen an der Definition «Stadt», bildete der Spaziergang zur Porta Nigra, dem schwarzen Tor, der Auftakt zur Stadtführung mit dem Römerexpress. In dieser rund stündigen Rundfahrt erfuhren wir viel über die Römer und die Geschichte der Stadt, welche immer ein bedeutendes Zentrum des Handels war. Auch die vielen gut erhaltenen Römer-Ruinen wie der Altstadt-Mauer, das Amphitheater mit seinen damals 20’000 Plätzen, den Barbara-Thermen oder die imposanten Kirchen (Petrus-Dom, Liebfrauenkirche) zeugen von der Wichtigkeit dieser Stadt, die einen auch sehr berühmten Einwohner hervorbrachte: Karl Marx (5.5.1818 ‑14.3.1883). Da wir uns in der Moselregion befinden, ist der Weinbau auch seit Jahrhunderten ein wichtiges Element. So gibt es hier einen der grössten Weinkeller aus dem 7./8.Jh. und gut 3.5 Mio. m2 Rebfläche. Danach blieb noch Zeit, die Altstadt und den grossen Marktplatz selber zu erkunden oder einen feinen Moselwein zu degustieren. Das Mittagessen im Rest. zur Glocke war wieder üppig. Hingegen war die Weinkarte nicht mit Moselweinen gesegnet und was dann noch gerne hätte getrunken werden sollen war zu allem Übel ausgetrunken. So musste der Schreiberling mit seinen Tischnachbarn halt nach Italien ausweichen.
Weiterfahrt nach Saarbrücken mit einem kurzen Besuch der Altstadt, welche ungefähr mit Aarau vergleichbar ist, einem kleinen Schluck in einer der vielen kleinen Bars oder Restaurants, die Dank dem tollen Wetter noch voll auf Sommerbetrieb eingestellt waren. Hier sei erwähnt, dass unser Chauffeur beim Wetter massiv Einfluss nahm: in den Kirchen wurde jeweils ein Kerzlein angezündet und täglich stoss-gebetet, um Petrus beim Wetter gnädig zu stimmen, welches wir natürlich voll genossen. Weiterfahrt nach Hause und eintreffen um circa halb Neun in Aarau. Eine kurze, intensive und interessante Reise mit vielen Anekdoten liegt hinter uns und wir haben diese sehr genossen.
Viel Spass wünscht Rolf Kohler







